Die gute Fee

In einem fernen Land kam einst eine gute Fee, die den Menschen beibrachte, wie man durch Geschenke eine schöne Welt gestalten kann.
Sie schenkte jedem ein Säckchen mit kleinen Geschenken darin.
„Gebt jedem Menschen dem ihr begegnet und euch ein freundliches Lächeln oder ein nettes Wort schenkt, eins dieser Geschenke. Haltet sie nicht fest, denn Geben ist seliger, denn Nehmen. Nur wenn ihr eure Hände frei habt, könnt ihr wiederum selbst welche empfangen.“ (sprichwörtliche Redewendung aus der Bibel)


Damit verschwand die gute Fee und ließ die Menschen allein zurück. Es gab keinen Neid, keine Missgunst. Alle lebten in Harmonie mit dem Nächsten. Sobald einer ein Geschenk weggab, bekam er es an einer anderen Stelle zurück.


Dies sah eine böse Fee. Sie konnte es nicht ertragen, die Menschen so glücklich zu sehen. Sie stahl sich in die Träume der Menschen und sprach zu ihnen: „Wieso gibst du alle deine Geschenke weg, irgendwann hast du selbst keine mehr. Halte sie fest, dann kannst du sie nicht verlieren.“


So kam es, dass die ersten Menschen anfingen keine Geschenke mehr abzugeben, sondern sie zu horten. Verbissen schauten sie auf den Nachbarn, wie viele der wohl schon hatte. Einige setzten falsche Freundlichkeit ein, um noch an welche zu kommen, andere begannen zu stehlen. Je mehr Menschen an den Geschenken festhielten, je mehr Hass und Unglück kam in die Welt.
Bald gab es Leute, die gar keine Geschenke mehr hatten, andere hatte so viele davon, dass sie Wachleute einstellten, um ihren Besitz zu schützen. Die Menschen wurden immer unglücklicher und Welt ärmer.


Ein weiser Mann in ihrer Mitte erkannte, dass man alle Dinge zum Positiven verändern kann, wenn der feste Wille dazu da ist. So wie einst die böse Fee die Menschen beeinflusste, so war es doch auch möglich, sich wieder den guten Dingen und Gedanken zu öffnen. Er tat sich mit einigen Gleichgesinnten zusammen und verkündete seine Idee. Erst langsam, dann immer schneller folgten die Menschen seinem Beispiel und gaben mehr von ihren Geschenken ab.

 

Die Welt wurde wieder das, was sie ursprünglich einmal war: Ein Ort der Harmonie und der Liebe.

Die Moral:
„In den Bruchstellen unseres Misslingens, keimt ein neuer Anfang.“