Akzeptiere Dinge, die du nicht ändern kannst

Ein Kind ging einmal im Wald spazieren und kam an ein Haus auf einer großen Lichtung. Auf beiden Seiten des Hauses war ein großer Garten und in beiden Gärten stand jeweils ein Gärtner.
Die Gärten waren aber sehr verschieden.
Der eine war wild und voller Unkraut und der Gärtner darin ein wütender Mann: Er riss Unkraut aus und schimpfte unentwegt: "Nichts als Ärger mit dem Garten, das Unkraut wuchert und wuchert, bin ich hinten fertig, kann ich vorne wieder anfangen."
Der andere Garten jedoch bildete eine einzige Harmonie. Überall blühten Blumen, alles war wunderschön und natürlich. Der Gärtner in diesem Garten schien alles mühelos zu beherrschen. Er lehnte an einem Baum und pfiff vergnügt sein Liedchen.
Das Kind beschloss, lieber den entspannten, glücklichen Gärtner zu besuchen. Es fragte ihn, warum er denn seinen Garten so mühelos geordnet halten könne, während der andere Gärtner pausenlos arbeitete, ohne einen schönen Garten zu haben.


„Weißt du,“ antwortete der Gärtner: „es gab eine Zeit, da habe ich es genauso wie mein Kollege versucht. Ich habe Unkraut ausgerissen, aber festgestellt, dass ich es nicht besiegen kann. Immer blieben Wurzeln im Boden. Jedenfalls kam immer Unkraut nach. Dann habe ich mir eine neue Strategie überlegt. Ich suchte Blumen und Pflanzen, die schneller wachsen als das Unkraut. Diese Pflanzen erdrückten dann bald das Unkraut völlig. Wo immer diese Blumen stehen, ist kein Unkraut. Mein Garten hält sich von alleine sauber.“


Als das Kind am nächsten Morgen weitergehen wollte, sah es einen dritten Garten. Es erkundigte sich bei der freundlichen Familie, was es mit diesem Garten auf sich habe.

 

Der Gärtner antwortete: „Der Mann, dem dieser Garten gehört, ist ein großartiger Arzt. Er macht aus den Giftpflanzen, die dort wachsen, Medizin. Er glaubt, dass alle Kreaturen und Pflanzen in Einheit mit uns Menschen leben, und dass sie alle ihre Aufgaben hier auf Erden zu erfüllen haben. Einige davon sollen den Menschen helfen, wieder gesund zu werden.“


Und die Moral von der Geschicht:  „Wer seine Kraft verschwendet, um Unkraut auszureißen,  hat keine Kraft mehr, um Blumen zu sähen.“